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Sprachentwicklung

Sprachentwicklungsstörung: Erklärung für Eltern

6. Oktober 20268 Min. Lesezeit
Otter mit quadratischem Kopf betrachtet eine Bildkarte mit einem Kind

Ein vierjähriges Kind erzählt zu Hause eine Geschichte in losen Wörtern, während Gleichaltrige schon Sätze reihen. Oder ein siebenjähriges Kind versteht einen Auftrag in der Klasse erst, wenn ein Klassenkamerad ihn vormacht. Eltern suchen dann nach Sprachentwicklungsstörung, oft abgekürzt als SES.

Eine Sprachentwicklungsstörung ist eine bleibende Schwierigkeit, Sprache zu verstehen, Sprache zu nutzen, oder beides. Dieser Artikel erklärt den Begriff, den Unterschied zu einer Sprechstörung, und Signale, denen Eltern begegnen, auch wenn ein Kind spät in Gang kommt oder wenig spricht.

Er stellt keine Diagnose. LogiLand ist Übungssoftware für spielerische Übungen. Es ersetzt keine Logopädin oder Lehrkraft. Zu Hause üben Sie nur, wenn die behandelnde Person das empfiehlt.

Sprechen und Aussprache stehen gesondert bei Sprechstörung. Ein Kind, das an einem Ort schweigt und am anderen spricht, lesen Sie bei selektivem Mutismus.

Was eine Sprachentwicklungsstörung ist

Sprache ist mehr als einzelne Laute. Es geht um Wörter kennen, Sätze bauen, einer Geschichte folgen und selbst etwas erklären. Bei einer Sprachentwicklungsstörung bleibt diese Entwicklung deutlich zurück, und bloßes Abwarten lässt das Muster bestehen.

International heißt dasselbe Bild developmental language disorder, abgekürzt DLD. Ein breites Fachgremium vereinbarte, diesen Begriff zu verwenden, wenn die Sprachprobleme deutlich und hartnäckig sind und keine andere medizinische Erklärung das Bild allein deckt, etwa ein Hörverlust, der die Sprache vollständig erklärt (Bishop et al., 2017). Liegt eine klare begleitende Erkrankung vor, beschreiben Fachleute die Sprachschwierigkeit im Zusammenhang mit dieser Erkrankung. Die deutsche Bezeichnung Sprachentwicklungsstörung, abgekürzt SES, schließt an diese Vereinbarung an.

Wie häufig kommt das vor? In einer Bevölkerungsstudie unter englischen Kindergartenkindern hatte ungefähr 7,6 Prozent eine Sprachstörung im Sinn von DLD (Norbury et al., 2016). Eine frühere amerikanische Studie bei Kindergartenkindern fand ungefähr 7 Prozent (Tomblin et al., 1997).

Die Größenordnung liegt also bei ungefähr sieben von hundert Kindern. Eine Sprachentwicklungsstörung ist damit ein bekannter Grund für Logopädie, und kein seltener Randfall.

SES ist kein Maß für Intelligenz. Kinder mit SES denken, spielen und lernen auf vielen Gebieten. Sprache ist die Stelle, an der die Arbeit extra kostet. Diese Arbeit sehen Sie in der Schule, weil Anleitung, andere Kinder und später auch das Lesen auf Sprache ruhen.

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SES und eine Sprechstörung

Eltern tippen auch „Sprechstörung Kind“. Sprechen und Sprache liegen nebeneinander und laufen manchmal ineinander, und es bleiben zwei Schichten.

Sprechen gilt den Lauten, die Sie hören: ob ein Wort verständlich ist. Eine Sprechstörung sitzt in der Aussprache, zum Beispiel ein Laut, der wegfällt oder ersetzt wird.

Sprache gilt Bedeutung und Satzbau. Ein Kind kann klar aussprechen und trotzdem kurze, unklare Sätze bauen. Ein anderes Kind spricht undeutlich und baut Sätze mühsam. Dann können Sprechstörung und SES zusammen vorkommen.

Eine Logopädin trennt diese Schichten. Zu Hause können Sie Beispiele aufheben: einen Satz, den Ihr Kind gesagt hat, und was Sie als gemeint verstehen. Das hilft dem ersten Gespräch. Es ist kein Test.

Artikulation allein, etwa wenn /s/ oder /r/ noch anders klingt, ist noch keine SES. Dafür sind die Übungen zum Lispeln und die Übungen für das R ein anderer Einstieg, immer neben dem Urteil einer behandelnden Person.

Signale, die Eltern oft sehen

Keine Liste stellt eine SES fest. Eltern erkennen Stücke dieses Bildes:

Junge Kinder

  • Erste Wörter kommen spät, oder bleiben lange einzelne Wörter
  • Sätze bleiben kurz, während Gleichaltrige schon Gründe und kleine Geschichten geben
  • Das Kind zeigt oder zieht Sie mit, weil der Satz stockt
  • Fragen wie „Wo ist dein Schuh?“ kommen erst nach einer Geste an

In der Grundschule

  • Anweisungen mit mehreren Schritten fallen auseinander
  • Das Kind sucht Wörter („Dings“, „das da“)
  • Das Nacherzählen eines Buches gerät durcheinander: Reihenfolge und wer was tat gehen verloren
  • Neue Schulwörter haften schlecht

Im Kontakt

  • Gespräche mit Unbekannten laufen holprig
  • Das Kind meidet das Sprechen, oder wird böse, wenn andere es missverstehen
  • Andere Kinder sprechen für es

Ein Signal kann zur gewöhnlichen Streuung gehören. Eine Häufung über Monate ist ein Grund, es nachsehen zu lassen. Hören gehört in dieses Gespräch. Ein Kind, das Laute oder Sätze verpasst, weil es sie nicht hört, braucht zuerst eine Hörprüfung.

Verzögerte Sprache und ein Kind, das wenig spricht

„Verzögerte Sprachentwicklung“ und „Kind spricht nicht“ sind schmale Suchfragen, die oft bei diesem Thema landen. Sie decken verschiedene Situationen.

Manche Kinder sind späte Sprecher. Mit etwa zwei Jahren sagen sie noch wenige Wörter, und ein Teil holt die Sprache danach auf. Ein anderer Teil behält eine Sprachschwierigkeit. Abwarten bis zum Schulalter wird teuer, wenn der Rückstand groß ist und das Verstehen auch schwach wirkt.

Eine Logopädin kann einschätzen, ob zusätzliche Begleitung passt.

Ein Kind, das fast nirgends spricht, braucht einen weiteren Blick. Schauen Sie auf das Hören, auf den Kontakt, und darauf, ob das Kind zu Hause spricht. Spricht es zu Hause in Sätzen und schweigt nur in der Schule oder bei Unbekannten, passt das Bild eher zu selektivem Mutismus. Dahinter steht Angst, und das Vorgehen unterscheidet sich von dem bei SES.

Ein Kind, das auch zu Hause kaum Sprache nutzt, gehört ins Gespräch über die Sprachentwicklung.

Altersskizzen, ohne Diagnose, stehen bei 2 Jahren, 3 Jahren und 4 Jahren.

Was eine Logopädin anschaut

Die Logopädin erfasst Verstehen, Wortschatz, Satzbau und Erzählstruktur, und schaut auf Sprechen und Hören. Manchmal kommen eine Ärztin, ein audiologisches Zentrum oder eine Psychologin dazu. Die Diagnose SES ist ein klinisches Urteil. Eltern liefern die Beispiele, das Etikett setzt die Fachperson.

Die Behandlung richtet sich auf die Sprache, die das Kind jetzt braucht: längere Äußerungen, Wörter, die in der Schule wiederkehren, einen Auftrag verstehen. Eltern bekommen manchmal eine konkrete Rolle, etwa eine Art des Vorlesens oder eine Frage, die das Kind zu einem längeren Satz einlädt. Diese Rolle kommt von der behandelnden Person, abgestimmt auf dieses Kind.

Ohne diesen Rat ist ein Internetprotokoll ein Glücksspiel. Eine Übung für die Aussprache geht an einem Sprachproblem vorbei. Eine App, die Wörter nachsprechen lässt, ist keine Sprachuntersuchung.

Zu Hause, auf Rat der behandelnden Person

Wenn die Logopädin Übungen zu Hause empfiehlt, bleiben die Momente kurz und eingebettet in etwas, das Sie ohnehin tun.

Vorlesen mit einer Pause. Lesen Sie eine Seite, zeigen Sie auf ein Bild und warten Sie. Die Pause gibt Raum für ein Wort oder einen kurzen Satz. Sagen Sie danach einen etwas längeren Satz als Ihr Kind.

Ein neues Wort in einem echten Satz. „Der Löffel liegt in der Lade.“ Wiederholen Sie dieses Wort später am Tag in einem neuen Satz. Lose Kärtchen ohne Situation haften schwächer.

Kurze Runde in einem Spiel. Nur wenn die behandelnde Person einen Sprechauftrag gegeben hat. LogiLand ist dann zusätzliche Übungssoftware neben der Sitzung. Es ist keine Behandlung einer SES.

Stopp bei Widerstand. Weinen oder Verweigern ist ein Signal, zu kürzen. Melden Sie das beim nächsten Termin.

Hat die behandelnde Person noch nichts erbeten, bleiben Sie bei gewöhnlichem Gespräch, Vorlesen und Spielen. Das ist sprachreiche Zeit. Es ist kein Therapieprotokoll.

Wann Sie Hilfe suchen

Nehmen Sie Kontakt auf mit der kinderärztlichen Vorsorge, der Hausärztin oder einer Logopädin, wenn:

  • Ihr Kind deutlich weniger versteht oder sagt als Gleichaltrige, und das über Monate anhält
  • Sätze ausbleiben, während das Kind sozial mitmacht
  • die Schule meldet, dass Aufträge vorbeigehen
  • das Sprechen so undeutlich ist, dass auch Familienmitglieder raten
  • Sie zwischen „spät mit dem Sprechen“, SES und Schweigen in der Schule schwanken

Frühe Erklärung verkürzt die Zeit, in der ein Kind bei Sprache raten muss. LogiLand stellt diese Erklärung nicht. Eine behandelnde Person tut das.

Schluss

Eine Sprachentwicklungsstörung ist eine Sprachschwierigkeit, die gezielte Hilfe braucht, bei ungefähr sieben von hundert Kindern (Norbury et al., 2016). Sie sehen die Beispiele im Haus. Die Logopädin wägt, ob es SES ist, eine Frage des Sprechens, oder etwas anderes.

Weiterlesen: Sprechstörung, selektiver Mutismus, phonologische Bewusstheit und Logopädie Übungen für zu Hause.

Dieser Artikel ist eine Erklärung für Eltern. Er stellt keine Diagnose. Zu Hause üben Sie nur, wenn die behandelnde Person das empfiehlt. LogiLand ist Übungssoftware und ersetzt keine Logopädin oder Lehrkraft.


Häufige Fragen

Was ist eine Sprachentwicklungsstörung? Eine bleibende Schwierigkeit, Sprache zu verstehen, Sprache zu nutzen, oder beides. Der internationale Begriff ist developmental language disorder. Die Abkürzung SES steht im Deutschen neben dem vollen Namen.

Ist SES dasselbe wie eine Sprechstörung? Nein. Eine Sprechstörung sitzt in der Aussprache, SES in Wörtern, Sätzen und Verstehen. Sie können zusammen vorkommen. Eine Logopädin trennt sie.

Mein Kind spricht spät. Ist das SES? Oft holen späte Sprecher auf. Bleibt die Sprache über Monate deutlich zurück, oder ist das Verstehen auch schwach, lassen Sie es nachsehen. Abwarten bis Klasse 1 ist kein Plan, wenn der Rückstand groß ist.

Mein Kind spricht zu Hause, in der Schule bleibt es still. Ist das SES? Dieses Bild passt eher zu selektivem Mutismus, einer Form von Angst. Lassen Sie eine behandelnde Person den Unterschied machen. Druck, in der Schule zu sprechen, verschärft diese Angst.

Darf ich mit einer App Sprache üben? Nur wenn die Logopädin das empfiehlt, und als Ergänzung zu den Sitzungen. LogiLand ist Übungssoftware. Es untersucht keine SES. Die Behandlung bleibt bei der Logopädin.


Literatur

Bishop, D. V. M., Snowling, M. J., Thompson, P. A., Greenhalgh, T., & the CATALISE-2 consortium. (2017). Phase 2 of CATALISE: A multinational and multidisciplinary Delphi consensus study of problems with language development: Terminology. Journal of Child Psychology and Psychiatry, 58(10), 1068-1080. https://doi.org/10.1111/jcpp.12721

Norbury, C. F., Gooch, D., Wray, C., Baird, G., Charman, T., Simonoff, E., Vamvakas, G., & Pickles, A. (2016). The impact of nonverbal ability on prevalence and clinical presentation of language disorder: Evidence from a population study. Journal of Child Psychology and Psychiatry, 57(11), 1247-1257. https://doi.org/10.1111/jcpp.12573

Tomblin, J. B., Records, N. L., Buckwalter, P., Zhang, X., Smith, E., & O'Brien, M. (1997). Prevalence of specific language impairment in kindergarten children. Journal of Speech, Language, and Hearing Research, 40(6), 1245-1260. https://doi.org/10.1044/jslhr.4006.1245

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